Das Thema Künstliche Intelligenz ist auch aus dem Bankalltag nicht mehr wegzudenken.

Sei es beim Umschreiben einer E-Mail, bei der Analyse von Grundstückswerten, bei der Erkennung von Geldwäsche, beim Gestalten von Informationsmaterialien oder als persönlicher Assistent im Alltag: Die Möglichkeiten sind riesig. Das gilt jedoch auch für die Risiken, insbesondere im Bankenumfeld. Wir müssen sicherstellen, dass die Integrität der Systeme gewährleistet ist und die gesetzlichen Vorgaben zum Datenschutz eingehalten werden – gerade wenn es um sensible Kundendaten geht.

Gemeinsam mit Arbeitskollegen aus der Prozessentwicklung und dem Beauftragtenwesen betrachte ich die KI-Systeme, die bei uns im Haus eingesetzt werden oder zukünftig eingesetzt werden sollen. Dabei bewerten wir die Systeme hinsichtlich ihrer Sicherheit, ihrer Datenschutzstandards, ihres Nutzens für die Mitarbeitenden und natürlich auch ihrer Kosten.

Es ist sehr spannend, in welchen Prozessen und Programmen Künstliche Intelligenz bereits im Hintergrund eingesetzt wird, ohne dass man selbst viel davon mitbekommt.

Persönlich nutze ich LLMs (Large Language Models) sehr gerne, um mich bei technischen Problemen unterstützen zu lassen. Das ist beispielsweise hilfreich, wenn ein Skript, das wir für die automatische Installation eines Programms verwenden, nicht mehr richtig funktioniert oder ich ein ganz neues Skript erstelle.

Das Wichtigste, das beim Thema Künstliche Intelligenz häufig vergessen wird, ist jedoch, dass sie einem die Arbeit nicht vollständig abnimmt oder einen ersetzt. Vielmehr ist sie ein Werkzeug, mit dem sich die Arbeit bei richtiger Anwendung strukturierter gestalten lässt und das insbesondere bei umfangreichen, eher monotonen Aufgaben eine enorme Zeitersparnis ermöglichen kann.

Die Planung, die Eingabe der Prompts, die Kontrolle der KI-Ausgaben und die letztendliche Umsetzung bleiben weiterhin beim Benutzer. Dadurch steht mehr Zeit für wichtigere Aufgaben wie die Qualitätskontrolle oder den Kundenkontakt zur Verfügung – auch dank der Roboter, die wir bei uns im Haus einsetzen.

Im Gegensatz zur KI-gesteuerten Automatisierung haben die Kollegen aus der Prozessentwicklung mithilfe ihrer Roboter repetitive Aufgaben automatisiert, beispielsweise das Versenden von Entgeltaufstellungen. Dabei handelt es sich nicht um Roboter im klassischen Sinne, sondern um Computerprogramme, die sich an strikt vorgegebene Abläufe halten.

Die Kollegen haben dafür jeden einzelnen Schritt beziehungsweise jede Eingabe eigenhändig programmiert und müssen diese bei Änderungen im Arbeitsablauf manuell anpassen. Zu Beginn ist damit ein hoher Arbeitsaufwand verbunden, der sich jedoch aufgrund der anschließenden erheblichen Arbeits- und Zeitersparnis schnell auszahlt.

Eine KI könnte einen solchen Prozess derzeit nicht mit derselben Zuverlässigkeit umsetzen, beispielsweise aufgrund möglicher Halluzinationen. Zudem fehlt es aktuell häufig noch an einer zuverlässigen Schnittstelle, über die eine solche Aufgabe mithilfe von KI umgesetzt werden könnte.

In meiner Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration wird mir das Thema Künstliche Intelligenz wahrscheinlich nicht allzu schnell langweilig werden. Es bleibt spannend, wohin die Entwicklung führt und welche Möglichkeiten sich in Zukunft noch ergeben. Schon heute sind die Chancen nahezu grenzenlos – vorausgesetzt, wir verlieren die damit verbundenen Risiken nicht aus den Augen.

geschrieben von Lenny Rieger